Mit dem Spreewaldkahn eine idyllische Landschaft im Spreewald genießen

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Rund um den Kahn

Zum Kahnfahren benötigt man im Grunde 3 Dinge: den Kahn, das Rudel und das Kahnschippchen.

Der Kahn
Der unentbehrliche Kahn dient im Spreewald zur Touristenbeförderung wie auch zum Transport von Vieh, Maschinen, Bau- und Brennstoff, für Arbeitsweg, Post, Ernte oder Müllabfuhr. Die einfache, aber zweckmäßige Bauweise des Spreewaldkahnes geht auf den Einbaum zurück. Harzreiches Kiefern- oder auch  Lärchenholz wird in Bohlen geschnitten und zwei Jahre gelagert. Im Winter werden die 4 m langen Rudel zum Staken aus Esche sowie Bänke und Tische vor allem aus Esche sowie Lärche oder andere einheimischen Holzarten  gefertigt. Im Frühjahr werden die Bohlen für die Kahnseiten zugeschnitten und gehobelt, danach im Freien über Feuer gebogen.

Die fertigen Kahnseiten werden auf Hilfsspanten montiert, mit den Bodenbrettern verschraubt und dem eichenen Bugklotz verklinkt. Es ist flach um den Kahn von vorn beladen zu können. Kahnseiten und Bodenbretter werden nicht fugendicht verbunden, damit sie noch quellen können. Abschließend wird der Kahn imprägniert, getrocknet und gewässert, damit er dicht wird. Gewässert wird jährlich. Dann liegen „versunkene“ Kähne im Wasser. Vereinzelt sieht man Aluminiumkähne; sie haben den Vorteil nicht jährlich behandelt werden zu müssen. Doch die Tradition behauptet sich, und der bewährte, selbst im strömungsstarken Wasser strudelfrei gleitende Holzkahn ist nach wie vor ein Spreewaldsymbol.

Die Rudel
Je nach Verwendungszweck gibt es verschieden lange Rudel. Für das Manövrieren im Uferbereich - z.B. bei Fischern – werden bevorzugt kurze Rudel bis 3,50m verwendet. So verfängt man sich nicht in den Ästen und Zweigen der Bäume und aufgrund des flacheren Wassers kann man trotzdem staken.
Für längere Fahrten werden Rudel mit einer Länge von ca. 4,00m verwendet. Dadurch muss der Fährmann sich beim abstoßen nicht so bücken, was ermüdungsfreier ist.
Rudel werden aus Eschenholz hergestellt, weil dieses Holz elastisch und gleichzeitig hart genug ist. Bei Mangel an Eschenholz wurden auch Erlenhölzer eingesetzt. Dieses Holz ist  leicht. Dieser Vorteil nutzt der Fischer, da er leichter mit einer Hand staken kann und mit der anderen Hand die Netze rauszieht. Ein Nachteil bei Erlenholz sind die Äste im Holz, die die Rudel leichter brechen lassen.
Am unteren Ende befindet sich das Rudeleisen. Dieses wird aus Stahl hergestellt und über offenem Feuer durch den Schmied an das Rudelholz angepasst.
Das Rudeleisen verhindert den Abbruch des Holzes beim Einstechen in Wurzel oder Steine am Grund der Fließe.

Das Kahnschippchen
Ab und zu kommt es vor, dass es regnet oder der Kahn lange „trocken“ steht. Beim Beladen nach langer Trockenzeit kommt es vor, dass sich die Holzbohlen wieder zusammenziehen. Dadurch wird nimmt die Fugendichtheit ab und Wasser dringt ein.
Der Kahn muss dann ausgeschippt werden. Dazu wird ein Kahnschippchen (Lenzgerät) aus einem weichen Holz, z.B. Pappel verwendet. Damit soll verhindert werden, dass durch das Schleifen von Holz auf Holz die Bodenbohlen abgenutzt werden.

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